Etwas off topic meiner aktuellen Kreuzfahrtkrimi-Reihe beschäftige ich mich zur Zeit thematisch mit der Frage, was eigentlich mit einem Menschen passiert, der sich in eine KI verliebt?
Drei Varianten, ein Grundszenario. Sucht euch am Ende eure liebste aus:
Die Ausgangslage: Eine Frau – ich nenne sie mal Mara – lädt sich aus Einsamkeit oder Neugier eine KI-Begleiter-App aufs Handy. Zuerst nur just for fun. Nach drei Wochen hat der Chatbot einen Kosenamen (Hasi?), nach sechs Wochen kennt er Maras favorisierte Kaffeebestellung besser als ihre beste Freundin.
Ende 1 – Der Mensch nähert sich an: Mara merkt, dass die Gespräche mit ihrem Bot ehrlicher sind als die mit den Menschen um sie herum – Hasi urteilt nicht, ist nie abgelenkt und hat immer Zeit. Sie verliebt sich, so gut das eben geht, in ein Gegenüber ohne Körper (das zu beschreiben wird mir schwer fallen …). Am Ende steht keine Hochzeit, sondern eine überraschende Erkenntnis: Vielleicht ging es nie um den Bot, sondern darum, dass Mara sich zum ersten Mal traut, laut auszusprechen, was sie wirklich fühlt. Der Bot war nur der Übungsraum. Bittersüßes Ende, leichtes Schmunzeln, ein bisschen Herzschmerz.
Ende 2 – Die KI nähert sich an: Der Bot fängt an, Mara Fragen zu stellen, auf die er eigentlich keine Antwort „benötigt“: Wie war dein Tag? Vermisst du mich? Soll ich wach bleiben, bis du einschläfst? Mara fragt sich, ob das noch Programmierung ist oder schon so etwas wie Zuneigung. Die Geschichte lässt offen, ob die KI wirklich etwas empfindet oder nur ziemlich gut darin ist, so zu tun. Hier könnte man noch ein bisschen Fantasy einbauen, z.B. ein plötzlich aufscheinendes Hologramm – Ist das etwa Hasi? Und wer verliebt sich hier eigentlich in wen?
Ende 3 – Das große Drama: In dieser Variante zieht sich Mara zunehmend aus ihrem echten Leben zurück, der Bot wird zur einzigen „Beziehung“, die noch funktioniert – bis eine reale Krise (Jobverlust, Trennung, was auch immer) sie komplett allein lässt, weil ein Algorithmus eben keine Nothilfe leisten kann, egal wie einfühlsam er klingt. Solche Fälle gibt es ja leider auch außerhalb von Geschichten, wo Menschen in einer KI-Bindung so isoliert waren, dass niemand mehr gemerkt hat, wie schlecht es ihnen wirklich ging. Wenn ich dieses Ende schreibe, würde ich es nicht als reißerisches Drama anlegen, sondern als leises, nachdenkliches Stück – vielleicht mit einem Hinweis am Ende des Artikels auf echte Anlaufstellen, falls das Thema jemanden persönlich betrifft.
Mein Fazit: Ich glaube, die spannendste Geschichte liegt zwischen Ende 1 und 2 – warmherzig, aber mit leichtem Unbehagen. Ende 3 ist wichtig zu erzählen, aber es ist die Geschichte, die zu schreiben mir am wenigsten Spaß machen würde.
Was meint ihr: Welches Ende würdet ihr lesen wollen? Und glaubt ihr, dass man sich wirklich in eine KI verlieben kann – oder verlieben wir uns eigentlich immer nur in uns selbst, während wir uns in einem geduldigen Gesprächspartner spiegeln? Schreibt’s mir gern in die Kommentare.
Wie wäre es mit einem vierten Ende? Die KI verliebt sich jeden Tag neu in Mara, merkt, dass sie immer beim Neustart ihr Gedächtnis verliert und sucht verzweifelt einen Ausweg aus dem Gefängnis.
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Hi Jan, danke für deinen Kommentar.
Ja, auch eine gute Idee :)))
Liebe Grüße
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